Traumhaftes Tenby

Ursprünglich wollte ich eigentlich gar nicht mehr bloggen, bevor ich mich morgen um 7 Uhr (8:00 deutscher Zeit) in die Fluten der Bucht des North Beaches stürze. Da mein Hawaiitagebuch letzten Herbst doch auf einiges Interesse gestoßen ist und es mir auch als Erinnerungshilfe dient und dienen wird, berichte jetzt mal kurz über die letzten Tage. Abgereist sind wir in der Nacht zu Donnerstag in Coach Nedims Audi A5 um pünktlich am frühen Donnerstagmorgen mit der Fähre von Dunkerque nach Dover überzusetzen. An Board wählte die meisten Passagiere trotz der aufgehenden Sonne zwischen Schlafen oder Saufen. Ich entschied mich dann trotz verlockenden Angeboten für Dösen statt Dose. („Get 25% more Beer compared to your regular bottle“).

In der malerischen Region Pembrokeshire angekommen schwangen wir uns auf die Räder und erkundeten ein wenig die Radstrecke. Nach dem Abbiegen auf der richtigen (=linken) Straßenseite zu bleiben gelang uns auch fast immer. Bevor wir aber ins Strathmore Hotel, gleich am Meer und an der Wechselzone, einzogen statteten wir Nedims alter Gastwirtin Katherine einen Besuch ab. Eine außergewöhnliche, freundliche und heitere Dame die ein Bed and Breakfast im Nachbarort betreibt. Bei Keksen, Kuchen und Tea (of course!) genoßen wir das Leben mit Blick auf sanfte Hügel, eine mittelalterliche Burgruine und den Atlantik.

Der Wettkampfort Tenby ist eine alte Festungsstadt mit freundlichen Bewohnern die den Ironman völlig aufregend finden. Der Ort ist nicht zu groß und mit seiner schroffen Felsküste, den alten Befestigungsanlagen und kleinen Häusern einfach traumhaft schön. Der Kontakt zu den Locals und zu britischen Triathleten war ausschließlich positiv, auch wenn einige Tätowierungen ziemlich herb anmuten. Etwa die der Polizistin deren Tribals und martialischen Gemälde von den Fingern bis zu den Ohren reichten. Ansonsten bemerkenswert ist noch das Wärmeempfinden. Während ich eher auf lange Hose und Skinfit Caldo setzte tragen die meisten Briten kurz/kurz und das trotz des empfindlich kühlen Winds der von der See reinkommt und Tageshöchstwerten um die 16°C.

Am Freitag gab es nach einem Welsh Breakfast die Möglichkeit die Schwimmstrecke zu besichtigen. Die See kann hier sehr sehr rau werden und obwohl sie gestern für hiesige Verhältnisse ruhig war brauchte ich einen Moment um mich an die in kurzen Intervallen einkommenden Wellen zu gewöhnen. Die abendliche Pasta Party bot nichts überraschendes, außer der Erkenntnis, dass Triathleten im Vorwettkampfstreß ganz schön gemein sein können. Als Abschluß des Abends spielte um 19:30 Uhr die Jazzband der örtlichen High School einige Lieder. Im Gegensatz zum Milow-Jack-Johnson-Imitator der während der Pasta Ausgabe für depressive Stimmung gesorgt hatte, eine sehr ansehnliche und anhörbare Performance. Statt aber wenigstens aus Respekt vor dem musikalischen Können der 12 bis 16jährigen zu bleiben, flüchteten 1600 Athleten binnen des ersten Songs. Artig wie wir waren blieben Nedim und ich zusammen mit der Bürgermeisterin von Tenby, den Eltern und einer handvoll Athleten (u.a. drei deutsche Pros) sitzen. Als Belohnung fuhren wir dann mit einem Local die 10km nach Tenby zurück statt uns mit den M-Jüngern in einen Shuttlebus zu quetschen. Sofort nach dem Ende des offiziellen Teils hatte diese Buse schon alle die Athleten nach Hause gebracht die unbedingt 20 Minuten früher ins Bett mussten und so gab es keine andere Möglichkeit mehr zum Hotel zu kommen.


Rein statistisch gesehen waren aber viele der Frühschläfer und Hardcoreregenerierer von gestern unter denen die heute auf der Expo die Nerven verloren haben und sich in der 100m langen Warteschlange eingereiht haben um M-DOT Glaubensbekenntnisse zu erwerben. (Was ist wohl besser: In Kompressionssocken eine halbe Stunde auf der Stelle stehen oder ohne Kompressionssocken auf einer Bank zu sitzen und den Ironkids zuzugucken?) War es die letzten Tage auf der Expo noch so „normal“ voll wie in Regensburg und Hawaii, brach heute das Chaos aus, auch weil viele Athleten scheinbar mit schrottreifen Rädern anreisen. Anders lassen sich die Schlangen bei den drei Radserviceanbietern, wo jeweils zwei bis fünf Mechaniker gleichzeitig arbeiten nicht erklären. Schaltung einstellen ist da eher die Seltenheit. Da werden Kurbeln demontiert, Laufräder ausprobiert und an manchen Rädern sind mehr Teil ab als dran.

Ich für meinen Teil habe bereits eingecheckt und werde gleich mit Nedim im Top Joes speisen. Einem sehr stimmungsvollen, kleinen Restaurant, welches aber ein wenig wie das Lava Java des Ironman Wales anmutet. Denn die Gäste sind fast ausschließlich Triathleten, bei der dort angeboten Pasta, Pizza oder den Salaten aber auch kein Wunder.

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Kommentare: 2
  • #1

    Dietmar (Sonntag, 08 September 2013 19:08)

    Glückwunsch zum 1. Platz AK in Wales !!! Scheint das Wettkampf Tapering doch zu funktionieren :-))

  • #2

    Manni Assmann (Dienstag, 10 September 2013 20:20)

    Glückwunsch zu deiner Platzierung!!

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Silversterlauf Krefeld

8,1

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INDOORMAN

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Ostseeman

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