Blutbad in Heidelberg

Nach dem Bundesligarennen in Düsseldorf, das mit vermurksten Schwimmen, mäßigem Radfahren und einem guten Lauf (15:11 für 4,8km) auf einem ganz ordentlichen 50. Platz endete bin ich erst einmal in eine kleine Sommerpause gegangen. Dafür gibt es gute Gründe. Zum einen will mein Studium, wenigstens ein kleines Stück, vorangetrieben werden. Zum anderen brauchten Körper und Geist eine Auszeit. Hochmotiviert ging es danach zurück ins Training (60 Stunden in den ersten zwei Wochen, trotz Uni und Arbeit) und durch einen glücklichen Umstand bekam ich recht kurzfristig die Möglichkeit beim Heidelbergman starten.

Wenn man Kurzstrecke mit Windschattenfahren in Deutschland ernsthaft betreibt dann nimmt man an Bundesligarennen teil. Wenn man Mittel – und Langestrecke macht, dann bleiben hauptsächlich Challenge und Ironman Veranstaltungen und wenn man Kurzstrecke mit Windschattenverbot gegen harte Konkurrenz starten möchte bietet sich der Rhein Neckar Triathlon Cup an. Beim dritten Rennen in Heidelberg kann man das Zeitfahrrad aber gleich zu Hause lassen. Nach dem Schwimmen im Neckar sind nämlich nur die je knapp 4km lange Hin- und Rückfahrt zum beziehungsweise vom Königsstuhl ein wenig flach. Damit es nicht zu langweilig wird führt der Kurs dort aber über enge Kurven und Kopfsteinpflaster durch die schöne Altstadt. Während ich solche Radkurse ja schon kenne, waren viele Höhenmeter beim Laufen eher neu. Die Rampen die einen zum Philosophenweg führen sind bis zu 15 % steil und auch auf dem bekannten Wanderweg angekommen steigt die Strecke stetig bis zum Wendepunkt an.

Vor dem Rennen war ich mir meiner Form nicht bewusst. Da ich im September beim Ironman Wales starten werde war das Training nach Düsseldorf hauptsächlich grundlagenorientiert und auch nicht super schwimmlastig (15km/Woche). Die Topgruppe konnte ich erwartungsgemäß nicht halten. Dort vertreten waren aber auch einige der schnellsten Triathlonschwimmer Deutschlands. Nur etwa 90s Rückstand waren also im Rahmen. In der Wechselzone passierte dann etwas, was den weiteren Renn- und diesen Wochenverlauf entscheidend prägen sollte. Als ich die ersten Tritte auf dem Rad tat durchfuhr mich ein lähmender Schmerz. Also zog ich den Radschuh wieder aus und entdeckte eine 2x2cm große Scherbe in meiner Fußsohle, die ich mir irgendwo kurz vor dem Radaufstieg eingefangen hatte. Der Versuch sie bei voller Fahrt zu entfernen war zum Glück erfolgreich und es ging danach nur noch nach vorne. Auf den Abfahrten mit über 90km/h hielt ich mich etwas zurück und versuchte das Rennen auf den zwei Mal sieben Kilometern Anstieg zum Königsstuhl (9% im Schnitt) zu meinen Gunsten zu wenden. Auf der Kopfsteinpflasterrückfahrt wurden die Schmerzen aber wieder stärker und ich musste noch mal an meinem Fuß rumfingern - dafür macht man also Radtechniktraining. Etwas erschrocken war ich dann schon als meine Fingerkuppe mehrere Millimeter im Fuß verschwand. Allerdings hielten sich die Schmerzen beim Laufen dann glücklicherweise in Grenzen, außer einem leichten Stechen und einem matschenden Geräusch gab es keine Beeinträchtigungen und mit einem achten Platz konnte ich sogar mein optimales Ziel für dieses spontane und sehr gut besetzte Rennen erreichen.
Einmal vom Rennfieber und Adrenalin befreit schoss der Schmerz ein. Gerade noch läuft man im 3:00min Tempo die steilen Rampen zum Ziel herunter und im nächsten Moment kann man nicht mal mehr zur Dusche humpeln. Es ist schon verwunderlich wie anders Kopf und Körper in einer Rennsituation funktionieren und ein weiteren Grund für mich das zu lieben was ich tue.
Nach Erstversorgung im Ziel („Wie? Damit sind sie noch gelaufen?“) wurde leider eine chirurgische Nachbehandlung am Montag nötig. Heute sind die Schmerzen immer noch immens und ich war bis gestern nicht in der Lage nur eine Disziplin zu trainieren. Am Sonntag war ich dann ein paar Stündchen Rad fahren, was anfänglich noch gut ging nachher aber in wiederum starken Schmerzne mündete. Welchen Einfluss das auf meinen geplanten Start bei der österreichische Mitteldistanz Meisterschaft am Samstag haben wird kann ich leider noch nicht absehen. Zurzeit kann ich leider noch nicht mal richtig gehen, von Laufen oder Schwimmen ganz zu schweigen.

Bilder Düsseldorf
Bilder Heidelberg

Nicht wie ein Fuß wenige Tage vor einer Mitteldistanz aussehen sollte
Nicht wie ein Fuß wenige Tage vor einer Mitteldistanz aussehen sollte

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