Englische Wochen Teil 2

by Stefan Haane
by Stefan Haane

Nach Kulmbach 2010 lief es nicht mehr wirklich auf der Mitteldistanz. Portocolom war durchaus vielversprechend, aber 10km Laufen kann man immer noch irgendwie runter würgen. Die doppelte Distanz nach 90km im Bocholter Sturm, würde eine andere Herausforderung darstellen, das war mir klar.

Meine Vorstellung war daher von vorne weg zu schwimmen und auf dem Rad nie die Führung aus den Augen zu verlieren. Es kam ganz anders, dennoch lief ich nach 3:57h durchaus zufrieden ins Ziel. Als zweiter dem Aasee entstiegen versuchte ich auf dem Rad gleich Druck zu machen um den Abstand auf Topschwimmer und Triathlonlegende Andreas Niedrig zu verkürzen. Dieser Abstand war etwas sehr groß geraten, was vor allem an einem taktischen Fehler lag, denn anstatt von Anfang an mein eigenes Tempo zu schwimmen hielt ich mich zunächst in einer Gruppe auf, welche aber immer langsamer und größer wurde je länger das Rennen dauerte.

Multitasking: Helm an und Neo aus
Multitasking: Helm an und Neo aus

Auf dem Rad hatte ich leider nicht meinen besten Tag erwischt, schon auf dem Hinweg zum Wendepunkt bekam ich, trotz Windunterstützung, erste Muskelschmerzen. Den späteren Sieger Stefan Werner (bei seinem letzten Start 33. auf Hawaii mit  sub 4:40h Radzeit) war zu diesem Zeitpunkt schon bereits wie ein Jet im Tiefflug vorbeigeschossen. Während viele Konkurrenten, besonders in der zweiten und dritten Runde der Raddistanz massig Körner in den Bocholter Wind schossen, fuhr Stefan seinen Stiefel runter und brummte mir und allen anderen fast zehn Minuten auf. Im Gegensatz zur Konkurrenz fühlte ich mich aber noch recht frisch und in der zweiten Wechselzone hieß es:  Kein Blick zurück, keine Socken und volles Risiko. Die ersten Runden lief ich nur knapp langsamer als 3:20 pro Kilometer, später musste ich etwas rausnehmen wurde von meinen Eltern an der Strecke aber weiter angefeuert das Tempo hochzuhalten, denn ich kam deutlich näher und von hinten drohte schon keine Gefahr mehr. Also ging ich in den Runden sechs und sieben noch ein Mal volles Risiko und lief – nur noch auf Cola – voll in den Tunnel. Der Abstand schmolz auf unter 90 Sekunden, in der letzten Runde war das Rennen aber durch und ich dachte schon an den Schliersee. Um mich schließlich knapp zu schlagen musste Stefan unter dem Streckenrekord bleiben, den auch ich noch unterbot.

gut steil das Teil
gut steil das Teil

Besagtes Rennen am Schliersee wurde schon am folgenden Samstag gestartet. Dazwischen lagen also nur fünf Tage Regeneration, welche wieder mit reichlich Uni und Arbeit gefüllt wurden (mit besonderem Gruß an Lance_jr). Das Rennen in den bayrischen Alpen ist sicherlich zu meinen absoluten Lieblingsrennen zu zählen. Ich bin der Meinung, dass es kaum ein Rennen gibt, das ausgeglichener ist, als der Alpen Triathlon mit Windschattenfahren. Während bei Ironman Rennen und sauber gefahrenen Rennen mit Windschattenverbot das Schwimmen unwichtiger als die weiteren Disziplinen ist, ist bei Windschattenrennen häufig das Radfahren nur Überführungsetappe vor der Laufentscheidung. Am Schliersee darf man, wenn man vorne dabei sein will, aber absolut keine Schwäche haben, denn das Radfahren erhält durch die Anstiege eine Aufwertung, während das Schwimmen aber wichtig bleibt, denn es gibt, besonders vor dem Schlußanstieg zur zweiten Wechselzone, immer wieder die Möglichkeit in der Gruppe zu fahren. Und wer auf dem Weg zum Spitzingsattel sich eine Laktatvergiftung zuzieht läuft auf der anspruchsvollen Runde über Stock und Stein auch nicht mehr schnell.
Wie unterschiedlich das Schwimmen laufen kann zeigte sich auch am Samstag wieder. Während mein Kollege Max den Zug erwischte, bekam ich heftige Tritte ins Gesicht, verlor kurzzeitig meine Schwimmbrille und hatte zu keinem Zeitpunkt Wasserschatten. Platz 33 vs. Platz 63 nach dem Schwimmen, obwohl wir beide in etwa gleich schnell schwimmen und sogar fast nebeneinander starteten. Auf dem Rad wartete also ein Stück Arbeit auf mich und im Gegensatz zu Bocholt erwischte ich einen guten Tag und konnte mich Gruppe um Gruppe, mit einigen Verbündeten nach vorne arbeiten, bis ich nach 30km das Hauptfeld erreichte. Hier wurden aber, wie letztes Jahr die Beine hochgenommen, also folgte ich der von Daniel Schmoll initiierten „Showattacke“ (O-Ton After-Race-Party im Spinnradl) und wir beide fuhren ca. 25s auf die Gruppe heraus. Den Spitzingsattel erklomm dann niemand schneller als ich um mich herum. Nicht nur, dass niemand vorbei zog, sondern ich konnte am Ende sogar zu Überbleibseln der Spitzengruppe aufschließen und fuhr mit Paule Prochnow über den Pass. Und wenn zwischendurch nicht wieder  gebummelt worden wäre, wer weiß wo ich dann drüber gefahren wäre.
  

gas gas gas
gas gas gas

Beim Laufen ging leider nicht so viel wie erhofft. Am Vortag war ich beim Schwimmen auf einen Stein getreten, was zu einem Bluterguss genau unter dem Vorfuß geführt hatte. Dieser war am Start noch groß wie ein 1 Cent Stück, im Ziel hatte er dann die Größe einer 2 Euro Münze. Mit einem etwas merkwürdigen Stil (links Rückfuß-, rechts Vorfußlauf) rettete ich mich auf Platz 30 ins Ziel.

An sich ein gutes Ergebnis, fünf Plätze besser als letztes Jahr und in einem starken Feld durchaus zufriedenstellend, aber es wäre erstens mit einem besseren Lauf, den ich zur Zeit drauf habe, noch mehr gegangen und zweitens weiß ich, dass es mit so einem Schwimmen in Düsseldorf am nächsten Wochenende richtig auf die Glocke geben wird.

Ergebnisse:
http://www.aasee-triathlon.de/ergebnis/2013-md.pdf
http://alpen-triathlon.de/ergebnisse/2013/bundesliga_einzel_herren.pdf


Fotos
Bocholt
Schliersee

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