Erfolgreiches Testrennen im Neandertal

Bei der Siegerehrung sagte die Sprecherin des gestrigen Mettmann Duathlons einen interessanten Satz: „Entschuldigt bitte die harten Strecken, aber wir haben keine anderen“. Auch wenn die Entschuldigung sicher ein wenig augenzwinkernd gemeint war verweist sie auf einen interessanten Sachverhalt. Die Qualität eines Rennens wird von vielen Athleten oft nach ihren (Best-)Zeiten bewertet. Angesichts stark variierender Streckenlängen, Wetterverhältnissen und Profilierungen ein relativ schwachsinniger Ansatz. Und sollte man sich nicht, gerade bei uns in NRW, über bergige Strecken mit 15% Anstiegen, wie es sie in Mettmann gibt, freuen?

 

Platzierungen sind auch nur schwer einzuordnen, außer vielleicht auf Hawaii und bei Olympia. Was ist nun besser: Platz 266 in Zürich oder Platz 435 in Roth? Oder Platz 15 in der Altersklasse in Frankfurt, gegenüber Platz 2 beim Ostseeman? Ich schlage daher vor, ein Rennen nach einem anderen Maß zu bewerten. Wie viel konnte man aus sich rausholen? Wie groß waren die schwarzen Ränder in meinem Sichtfeld und bin ich bei der Quälerei vielleicht über mich hinausgewachsen? Nennen wir die Größe doch einfach mal P wie Pang-Faktor (nach Prof. Beilo und Dr. Fritz).

Wie im letzten Blog angedeutet sollte Mettmann ein Trainingsrennen werden. Für viele heißt Trainingsrennen, ich reise ohne Tapering an und gebe nur 95%. Halte ich nichts von! Rennen sind Rennen! Trainingsrennen sind für mich daher immer Tests ohne Tapering. Auch der Ausdruck „Formtest“ gefällt mir nicht wirklich. Wenn ich wirkliche testen will brauche ich standardisierte Bedingungen und wie will ich wissen wo ich stehe ohne die Form mittels Tapering zur Entfaltung kommen zu lassen? Rennen sollte man meiner Meinung nach aus Spaß und um etwas auszuprobieren machen. Gestern wollte ich vor Allem wissen ob mein Rücken hält. Da der Hauptkonkurrent Georg Potrebitsch leider kurz vor dem Rennen abgesagt hatte und es somit ab Beginn des Radfahrens sehr einsam wurde hatte ich auch gute Gelegenheit dazu. Ich versuchte den Rücken so gut es ging zu strapazieren und die harten Strecken im Neandertal sind dafür bestens geeignet. Leichte Anstiege fuhr ich ohne viel runter zuschalten in Aeroposition und auch wenn in den Abfahrten oder vor Kurven die Möglichkeit zum lockern gewesen wäre, blieb ich weiter auf dem Gas, ganz im Sinne von P-->max.

 

Beim zweiten Lauf fragte mich der Fahrer des Führungsrades, ob jetzt locker auslaufen angesagt wäre. Das wäre mit sechs Minuten Vorsprung auch durchaus drin gewesen, allerdings fahre ich nicht auf ein Rennen um zu trainieren, denn wenn ich trainieren will geh ich zum Training. Also versuchte ich die Pace hochzuhalten. Dass der P Faktor ohne einen Konkurrenten in Sichtweite nicht gegen unendlich streben konnte versteht sich von selbst. Im Ziel lag ich auch nicht mit verdrehten Augen und sabbernd in der Fötusposition, bis mich ein Sanitäter an den rettenden Tropf hängte, aber ich hatte durchaus einiges in diesen Sieg reingelegt und durfte mir bei der Siegerehrung mit Stolz und ohne Rückenschmerzen die goldene Trinkflasche überreichen lassen.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Wolfgang Stolte (Dienstag, 23 April 2013 22:53)

    Hallo Matthias,
    vielen Dank für Deinen Start, Deine faire Leistung und Deinen lesenswerten Kommentar. Es würde mich freuen, wenn Du im nächsten Jahr wieder bei uns bist. Wir werden uns bemühen Dir ein paar angemessene Gegner zu besorgen.

    Gruß und eine gute Saison

    Wolfgang

  • #2

    matthias-epping (Donnerstag, 25 April 2013 21:37)

    Klar gerne.
    Ich hab via Facebook schon eine lose Verabredung mit Georg Potrebitsch fürs nächste Jahr getroffen :)

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31.12.2016

Silversterlauf Krefeld

8,1

3. Platz

 

28.01.2017

INDOORMAN

0,275 - 5 - 1,5

1. Platz (Durchgang 1)

3. Platz (Team)

 

06.08.2017

Ostseeman

3,8 - 180 - 42,2

 

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