Viel Neues und viel Positives beim Triathlon Portocolom Internacional

Wer würde hier nicht Triathlon machen wollen?
Wer würde hier nicht Triathlon machen wollen?

Am letzten Sonntag startete ich in Saison und obwohl 2013 mein Triathlonjahr Nummer 16 ist, gibt es in dieser phantastischen Sportart immer noch viel Neues zu erleben. Neu war zum Beispiel die kurze Saisonpause. Noch nie habe ich schon im April ein Triathlon bestritten, was sich auch in der Radperformance zeigte. Denn nach diesem extrem langen Winter kann ich noch nicht viele Straßenkilometer vorweisen und habe mich mit MTB und Rolle fahren durchschlagen müssen. Auf meinem neuen Zeitfahrrad konnte ich sogar nur vier Mal trainieren und zwei dieser Einheiten fanden sogar bei leichtem Schnefall und eisigen Wind in Südholland statt. Leider fehlt Geld und Zeit um viele Wochen in der Sonne zu trainieren, so wie es ein Großteil der Konkurrenz nachweißlich getan hat.

Auch fehlte das Geld früh anzureisen und ein Hotel zu bezahlen. Zum Glück halfen mir mein langjähriger Freund Gerhard und seine Familie aus. Sie brachten mich auf ihrer fast 800 Jahre alten Finca oberhalb von Soller unter. Eine Woche ohne Strom auskommen, mit einer riesen Aussicht frühstücken, Mallorca ganz anders kennen lernen, Holz schleppen und auf Bäume zur Orangenernte klettern – tolle neue Erfahrungen! Dass diese Art der Unterbringung aber nicht nur Vorteile brachte zeigte sich dadurch, dass ich nur sehr wenig schlafen konnte und von den Betten Rückenschmerzen bekam, die mir noch später zu schaffen machen sollten.

Red Air. Schnell zu Wasser und zu Land.
Red Air. Schnell zu Wasser und zu Land.

Und damit zum Rennen. Eine neue Distanz für mich stand an. 1 – 100 – 10. Der Triathlon Internacional welcher die letzten zwei Jahre unter dem TriStar Banner lief, findet schon seit vielen Jahren in dem malerischen Hafenstädtchen Portocolom im Südosten Mallorcas statt. Nun, da Star Events in finanzielle Schieflage geraten ist, mussten Organisator Jaume Vincens Montserrat und sein Team umdisponieren und ganz ehrlich: Ich habe nicht viel von dem Rennen erwartet. Die Startgelder wurden angeblich für das Insolvenzverfahren verwendet und als sich in der Streichung des Preisgelds die ersten Hinweise auf Geldnot auch beim örtlichen Veranstalter zeigten waren meine Erwartungen sehr gedrosselt. Doch nicht nur in Relation zu den Querelen im Vorfeld, sondern auch überhaupt ist der Triathlon Portocolom Internacional eine mehr als empfehlenswerte Veranstaltung. Ich war selten bei einem so gut organisierten Rennen, besonders vor dem Hintergrund, dass es ein klassisch vom örtlichen Triathlon Club gestemmtes Event ist und kein Blockbuster à la Challenge und IM. Schöne, abwechslungsreiche, vollgesperrte Strecken mit vier sehr guten Verpflegungsstellen, mehr als ausreichend Helfer, tolle Beschilderung, Ergebnisse gleich im Ziel, Massage, großes Buffet und, und, und. Sogar einige hundert Zuschauer säumten die Strecken. Jede Menge Spaß für kleines Geld also!

Neu für mich war, dass ich das erste Mal als „sogenannter“ Profi am Start war. Was sich vor Allem als günstig deshalb erwies, da wir die erste Reihe am Start besetzten konnten, bevor es die „Amateure“  taten. Mit Sprung von der Hafenmauer begann eines der besten Schwimmen meines Lebens, was sicher zu großen Anteilen auch an meinem neuen Neo liegt. Im Gegensatz zu den meisten Herstellern hat Tri11 nicht DAS Topmodell im Programm, sondern an der Spitze stehen drei Modelle mit unterschiedlichen Features. Zusammen mit dem einmaligen Testprogramm findet jeder den passenden Anzug. Und ganz ehrlich, ohne das übliche Sponsoren BLA BLA, niemals zuvor passte ein Anzug so gut zu meinem Körper und Stil. Das Land erreichte ich mit Sichtkontakt zur Spitze um Topschwimmer Johann und das obwohl die vergangenen Wochen von den Wasserzeiten her sehr bescheiden waren. Auf dem Rad ließ ich leider einige Plätze liegen, was einerseits am Trainingsrückstand und meinen nur so durchschnittlichen Abfahrtskünsten liegt aber auch an der Rennsituation. Hinter und vor mir formierten sich ein paar Grüppchen in denen ich nur sehr kurze Zeit mitfuhr. Für den abschließenden Lauf hatte ich mir trotz des zwei Mal zu bewältigen Anstieg zum Sant Salvador noch einige Körner aufgespart, was sicher auch daran liegt, dass das Stevens Volt (noch eine Neuheit) nur eine kurze Zeit zum eingewöhnen an mich brauchte und wir schon ein gutes Team sind. Im Gegensatz zum Rad eines Konkurrenten funktionierten meine Bremsen auch zuverlässig, was in den technischen Passagen des doch sehr harten Kurses (33er Schnitt mit 300+ Watt) sehr wichtig war.

Spaß!
Spaß!

Diese aufgesparten Körner konnte ich aber nur bedingt auf die Strasse bringen. Zwar lief ich die ersten 2,5km sehr zügig und konnte auch gleich Plätze gut machen, allerdings begannen dann die Rückenschmerzen, von denen ich auf dem Volt noch nichts gespürt hatte, wieder. Sie wurde so stark, dass ich sogar zwei Mal anhielt und versuchte sie rauszubekommen, aber es half nichts. Ich rannte gefühlt gegen eine Wand und musste am Ende kämpfen den wieder auflaufenden Till Schramm auf Distanz zu halten. Ein neunter Platz in einem starken Feld ist unterm Strich ein gutes Resultat. Der Wettkampf hat viel Spaß gemacht, das neue Material funktioniert hervorragend und die Form ist da wo sie zu diesem Zeitpunkt sein soll.

Einziger fader Beigeschmack war der Sieg von Toni Colom, welcher 2009 des EPO Dopings überführt worden war.

Die nächsten Wochen werden mit Uni und Arbeit wieder etwa stressiger. Als Trainingsrennen geht es am übernächsten Wochenende ins Neandertal zum Mettmann Duathlon und dann beginnt die Triathlonsaison auch schon bald in Deutschland.

gut erkennbare Schonhaltung durch Rückenschmerzen
gut erkennbare Schonhaltung durch Rückenschmerzen

Alle Fotos von David Herrera. Danke!

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