Hawaii Tage 10 - 17: Ein Zeh, eine Insel, eine Stadt.

zwei hart verdiente Armbändchen
zwei hart verdiente Armbändchen

Ein Ironman hinterlässt Spuren. Seelisch wie Körperlich. Eine erste sichtbare Folge sind geschwollene Füße vom vielen Kühlwasser und "auf den Beinen" sein (fiese Bilder in der Galerie). Dazu gesellen sich meistens Müdigkeit und ein extremer Muskelkater, besonders in den Oberschenkeln. Dieser war bereits nach drei Tagen völlig verschwunden. Normalerweise dauert es bei mit fünf bis acht Tage bis ich wieder normal aus eigener Kraft gehe. Ein weiteres Zeichen dafür, dass ich wegen der mörderischen Hitze nicht so schnell performen konnte wie ich vom reinen Training gekonnt hätte.

 

Allerdings kann dieser Muskelkater in den Tagen danach zu unkontrollierten, fast spastisch anmutenden, Bewegungen führen. Eine dieser ungewollten Kontraktionen führte dazu, dass ich beim spazieren am Strand zwischen zwei Steine stolperte und mir dabei nicht nur eine Knieschwellung groß wie ein Tennisball zuzog, sondern auch beide Fußsohlen aufschnitt, so wie den linken Zehennagel ausriss (noch fiesere Bilder s.u.). Der Arzt kommentierte den fast vollständig abstehenden Nagel lässig: „It is very tempting to just pull it out, but trust me: It still sits in there pretty well and you don´t want  to feel me pulling your toenail out.” Also bekamm ich drei höllisch brennende Spritzen in den Zeh. Kommentar zu meinem schmerzverzerrten Gesicht: “Oh yeah the anesthetic is a beast.” Nun war ich zwar explizit nach Hawaii gekommen um mich einer gewissen Form von Schmerz auszusetzen, aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Maui - es ging schon mal schlechter.
Maui - es ging schon mal schlechter.

Zu diesem Zeitpunkt wusste auch noch nicht, wie sehr sich diese Unachtsamkeit auf unseren Trip nach Maui auswirken würde.

Am nächsten Morgen flogen wir von Hilo nach Kahului. Eine gute Chance auf der Fahrt noch ein wenig die grünere Seite von Big Island kennen zu lernen. Am Flughafen setze ich mir dann erst Mal schön einen Koffer auf den Zeh – schon wieder unnötige Schmerzen. Wirklich laufen konnte ich noch nicht. Unser Plan war eigentlich gewesen mit einem Zelt rumzureisen und zu wandern. Auf Grund einer nässenden Wunde am Fuß nicht die beste Idee. Also wurde das ganze zum Roadtrip umfunktioniert.

Eine gute Entscheidung, denn in die Natur wären wir eh nicht wirklich hinaus gekommen, denn von den wenigen großen Straßen führen keine öffentlichen Wege ins Landesinnere.

Am ersten Tag fuhren wir mit unserem Dodge Nitro bis Lahaina. Zuvor hatten wir noch das Iao Valley besichtigt. Ein Ort von kolossaler Naturschönheit, der leider für Touristen begehbar gemacht wurde, inklusive Wege, Geländer und Foto HotSpots So hat dieser Teil von Maui für mich seinen ganzen Charme eingebüßt.

Wir nächtigten im historischen Pioneer Inn um am nächsten Tag unsere Reise um den West Maui Mountain fortzusetzen. Eine schmale malerische Route führte uns zurück zum Highway von wo aus wir nach Kihei fuhren.

Nach einer Nacht in einem Touristenbunker nahmen wir die berühmte Road to Hana in Angriff. Die Straße führt über 50 Meilen lang durch den Dschungel. Sie bringt es dabei auf 59, teilweise jahrzehnte alte One Lane Bridges, und über 600 Kurven. Das Tempolimit ist auf Grund der Führung durchgängig 15mph. Die Straße ist so kurvenreich, dass nach zwei Drittel der Strecke und trotz einiger Stops an Wasserfällen und Naturpfaden der Magen meiner Freundin vollständig rebellierte. Im völlig entlegenden (mit dem Auto braucht man wegen der Kurven drei Stunden zum nächsten Ort) Hana schliefen wir in Joes Place. Einer alten Unterkunft von geringstem Standard. Dafür traf man in der gemeinsamen Küche lustige Aussteigertypen und Rednecks.

 

 

Haleakala Vulkan
Haleakala Vulkan

Die Route des nächsten Tages führte uns über eine Offroad Straße am Meer entlang wieder zurück Richtung Kihei. Nach einer Weingutbesichtigung und einem Besuch im weltberühmten Surferparadies Hookipa Beach genossen wir einen Sonnenuntergang am Strand. Den folgenden Sonnenaufgang erlebten wir in 10.000ft Höhe auf dem Haleakala Vulkan. Anschließend traute ich mich das erste Mal mit der Verletzung ins Meer und wurde direkt mit der Sichtung eines riesigen Mantarochens belohnt. Den letzten Maui Tag ließen wir mit einem Essen im sensationellen Paia Fishmarket ausklingen, bevor es per Nachtflug nach Los Angeles ging.

Hier wurde der letzte Urlaubstag mit einem typischen Touristentag verbracht: Railwayfahrt durch die Suburbs, Hot Dog Frühstück, Downtown, Hollywood, Beverly Hills, Westwood, Santa Monica Pier, Taxifahrt zum Hotel. 

Mit Ausnahme des Taxifahrers in Los Angeles haben wir ausschließlich sehr freundlich Menschen kennengelernt, dazu viel Natur, Land und Leute gesehen. Dieser 17 Tage Trip war einfach unglaublich schön, sowie unglaublich kostspielig. Das Geld hat fast genau bis zum letzten Tag gereicht. Daher noch ein Mal Danke an meine Sponsoren!


Jetzt heißt es regenerieren und neue Ziele setzen!

 

Bilder in der Galerie

 

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