Hawaii Tag 6: The Run

Das Programm der Raceweek beginnt so langsam. Gestern gab es die Nationenparade und heute waren dann Registration und deutsche Wettkampfbesprechung dran. Heute stand auch mein letzter echter Lauf an.

Dafür habe ich heute das sagenumwogen Natural Energy Lab ausgewählt. Einige Kilometer außerhalb gelegen  handelt es sich dabei im Prinzip um das Death Valley von Kona. Hier wird mit Wellen- und Sonnenenergiegewinnung experimentiert und das nicht von ungefähr, denn hier ist es wirklich noch einmal bedeutend heißer. Die Luft steht, die Sonne brennt und auf dem Rückweg vom Meer steigt die Straße leicht, aber beständig hinauf zum Highway an.

Die Laufstreckenführung folgt allgemein der Logik der Radstrecke. Nach einer Einführungsrunde durch Kona geht es endlos den Highway entlang. Es folgen sieben Kilometer Energy Lab und der Rückweg in die Stadt. Das Energy Lab liegt damit an einem besonders harten Punkt. Das Rennen dauert schon Stunden an, aber es ist noch zu weit nach Hause um sich zu sagen: „Komm das schaffste jetzt eben noch!“

Diese legendären sieben Kilometer waren schon oft die entscheidenden des Rennens und so manche Träume sind daran zerbröselt. Oftmals liefen Athleten als kommende Sieger hinein und kamen als Häufchen Elend wieder heraus. Alles das wusste ich als ich heute Morgen die Laufschuhe anzog, schließlich habe ich es jährlich am Bildschirm verfolgt, und dennoch bin ich immer noch geschockt. Die Laufstrecke ist sowieso schon schattenlos, aber dort scheint es sowas wie Anti-Schatten zugeben, sprich Bereiche wo es ohne erkennbaren Grund heißer als heiß ist. Man schwitzt gar nicht mal so sehr, man glüht einfach. Es war zwar erst 9:10Uhr und es hingen ein paar Wölkchen am Himmel, aber dennoch war es unbeschreiblich heiß.

Um die volle Erfahrung zu haben, habe ich heute auf Kühlkleidung verzichtet. Ich hoffe, dass es sich im Rennen dadurch gar nicht mehr so schlimm anfühlt.

Das heute war sicherlich extrem, aber eingeschüchtert bin ich nicht. Zu gut liefen die letzten Wochen im Laufen. Eine 36er Laufzeit auf dem bergigen, heißen Offroadkurs beim Schliersee Triathlon und ein ziemlich gelungenes 3x5000m Lauftraining geben wir Selbstvertrauen. Ich kann beruhigt sagen, ich bin in der besten Laufform meines Lebens.

Die Gefahr sich durch zu viel Selbstvertrauen gleich mit Hurra Tempo zu verheizen ist nach dem Dämpfer heute auf jeden Fall kleiner geworden.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Tobi (Donnerstag, 11 Oktober 2012 14:41)

    Hey Matthias,
    schon krass, was du da machst.

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