Chaos in Darmstadt

die Radständer waren profesionell...
die Radständer waren profesionell...

Mein erster Start in der höchsten Deutschen Liga hatte ich mir anders vorgestellt. Denn auch wenn ich voll im Soll bin für den Ironman Regensburg und daher weder erholt, noch speziell auf Windschattenrennen vorbereitet gewesen bin, wäre eigentlich deutlich mehr drin gewesen!

 

Zum einen war mein Schwimmen unterirdisch. Viele Athleten mit denen ich in Buschhütten aus dem Wasser gegangen war nahmen mir gleich mehrere Minuten ab und so war mein Rennen nach den 2km Schwimmen (offiziell 1,5km) schon gelaufen.

 

Die eigentliche Katastrophe folgte aber beim Radfahren. Auf der Strecke die mit 20cm hohen Unebenheiten, Bahnschienen in Fahrtrichtung und Radfahrspuren gespickt war, war ein sicheres und schnelles Fahren nicht möglich. Hinzu kamen noch sintflutartiger Regenschauer und eine schlechte Sicherung, sodass ich zwei mal vor einem querstehenden Auto zum Stehen kam - Déjà- Vu! Nun gehöre ich zu den Athleten die sicher besser und schneller als der Durchschnitt Kurven und technisch schwere Passagen meistern können, aber dieses Mal hatte ich einfach Angst. Das lag am bevorstehenden Ironman Regensburg, aber vorallem an den zum Teil schrecklichen Bildern die ich ab der ersten Runde zu sehen bekam. Aus dem knapp 100 Mann starken Elitefeld stürzten insgesamt 20-30 Athleten, von denen 10-15 mit dem Rettungswagen abtransportiert wurden.

Nun gehören Stürze bei Windschattenrennen dazu und es ist auch immer ein bisschen cool davon zu erzählen, frei nach dem Motto: "Wer Narben hat - hat was erlebt!". Was aber vorgestern in Darmstadt abging, hatte nichts mit einem Heldenepos zu tun. Wenn Freunde und Bekannte regungslos mit dem Gesicht nach unten im Graben liegen, oder der Abtransport eines Verletzten die gesamte Raddistanz dauert, sowie vier oder fünf Krankenwagen im Dauereinsatz sind, vergeht einem das Lachen. So kam es, dass ich die bereits erreichte Radgruppe ziehen ließ und ein lockeres Einzelzeitfahren aus dem Rennen machte und auch mit dem Gedanken spielte einfach vom Rad zu steigen. Erst in den Laufschuhe gab ich wieder Gas und konnte noch ein paar Plätze gut machen, landete insgesamt aber auf einem enttäuschenden 51. Platz in der Bundesliga.

 

Die Radstecke war aber nicht das einzige, was nicht zu einer DM passte: Die bereits erwähnte zu lange Schwimmstrecke. Die ungerechte Anschwimmgerade, die keine war, denn die bestplatzierten Teams des Vorjahres hatte eine bis zu 50m kürzere Strecke zur ersten Boje. Ein um 25 Minuten verschobener Start, während alle Starter schon ausgezogen startbereit waren. Ein nicht bewachter Pit Stop, aus dem unsere Ersatzlaufräder geklaut wurden...und und und.

 

Das einzig wirklich erfreuliche war unser 10. Platz in der Teamwertung und, dass wir wieder einmal viel Spaß mit dem Team hatten!

 

(Ich möchte mit diesem Artikel nicht die Leistungen von Drafting Athleten relativieren!)

 

Ganz besonders möchte ich auf zwei Artikel meiner Freunde hinweisen die SEHR lesenswert sind!
Nici für Tri-Mag
Zeller

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Kommentare: 3
  • #1

    Sven Jacobs (Dienstag, 05 Juni 2012 15:06)

    Und ich dachte die 1.Bundesliga wäre professionell organisiert...

  • #2

    Peter (Mittwoch, 06 Juni 2012 15:50)

    Ist das Schild in der Wechselzone nicht einmal richtig beschriftet? Heisst es nicht SC Bayer 05 Uerdingen und nicht SC 05 Bayer Uerdingen? ... tztztz.... :-)

  • #3

    JF (Montag, 02 Juli 2012 18:59)

    In Darmstadt findet der Verkehr im Darmstadt

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