Adventszeit, Geschenkezeit

Es weihnachtet sehr und vielleicht braucht ja noch der ein oder andere triathletische Leser ein Geschenk.

Da ich Blogs nach dem Schema: "heute habe ich x km mit xy Puls trainiert und dabei hab ich mich xyz gefühlt" nicht besonders spannend finde habe ich mich entschlossen euch mit drei Buchrezension zu beglücken. Da das hier aber ein Triathlon Blog ist, werde ich euch auch drei Triathlon bzw. triathlonnahe Bücher vorstellen, denn Abhandlungen über meine zu letzt gelesenen Bücher (z.B. über das Lügen mit Zahlen oder Gesellschaftstheorien) würden die Leserschaft hier klar verfehlen.

 

1.

Trizophrenie

Sind Triathleten noch ganz dicht?

Auf den Spuren einer Obsession

von Jeff Mallett

 

Ein verlockender Titel und deswegen auch ein Weihnachtsgeschenk 2010, über das ich mich besonders gefreut habe. Meine Erwartung war, dass sich dem Wahnsinn mal aus philosophischer, soziologischer oder einer anderen Sicht genähert würde. Diese wurde leider enttäuscht.

Jeff Mallett erzählt auf 210 Seiten aus der Ich-Perspektive über das Leben eines Triathleten. Er selbst ist einer und kennt sich entsprechend mit allen Marotten unserer Gattung aus. Im wahren Leben (Was heißt schon wahres Leben?!) ist er auch Comiczeichner und hat sein Buch mit entsprechenden Zeichnungen versehen, welche ihm eine sehr genaue Beobachtungsgabe und Kenntnis der Materie bescheinigen. Ein Monopolymännchen, dass ein Zeitfahrrad aus der Wechselzone schiebt ist zwar nur wenig subtil aber allemal ein Schmunzeln wert. Aber genau hier liegt der Hund begraben. "Ja Triathleten geben viel Geld für ihr Material aus...Haha", "Alle Triathleten sind bekloppt und nervös vorm Start...hehe" und nicht zu vergessen "Jeder Triathlet hat nur das eine im Kopf und das fängt nicht nicht mit "S" sondern mit "T" an...hohoho!" All diese Sachen hat man irgendwie schon mal gehört und gelesen und so richtig lustig war es dann doch nicht. Möglicherweise ist das allerdings der deutschen Übersetzung geschuldet.

Wem kann man das Buch also schenken? Ich würde sagen: Anfängern, die mal in den Elfbeinturm Triathlonsport reingucken wollen und wissen wollen was überhaupt diese allumfassende Sportart ausmacht. Für alle anderen gibt es nicht viel neues zu lesen, das ein oder andere Mal kann aber sicher auch mal über sich selbst lachen.

 

 

 

 

2.

I´m here to win

A World Champion's Advice for Peak Performance

von Chris McCormack

 

Der zweimalige Hawaii Champion schickte sich an ein Standartwerk zum Thema Dreikampf zu schreiben und es ist ihm auch weitesgehend geglückt. Gelesen im englischen Original war es für mich eine wahre Freude seine Geschichte nachzuvollziehen.

Wer schon mal McCormacks Interviews gehört hat weiß, dass er wie kein Zweiter über unseren Sport reden kann. Seine Passion für Training, Schmerzen und Gewinnen kann er nahezu poetisch in Worte fassen. Nachteil daran ist, dass er es scheinbar weiß und sich wohl auch ganz gerne Reden hört. Es beschleicht einen dadurch auch das Gefühl er würde sich wiederholen, wenn er mal wieder sein Lieblingsthema Psychospielchen behandelt. Dies greift er in der gefühlten Hälfte der Kapitel auf und tritt es fast schon breit. Dadurch fehlt es etwas an Platz um bei manchen Themen mehr in die Tiefe zu gehen.

Dennoch kommen alle Facetten und Dinge die es braucht um zur Topform zu gelangen zur Sprache und ich denke jeder ambitionierte Athlet kann noch etwas vom "vielleicht besten Athleten der Welt" (Zitat Buchrücken) lernen.

Für wen geeignet? Ganz klar ein Must-Read für jeden Triathleten. Was man allerdings als Leser mitbringen sollte, ist eine gute Portion Nachsicht für den Ego-Trip des Autors, denn dieser scheint für seinen Erfolg fast über Leichen zu gehen.

 

 

 

 

3.

Kurz und Flach!

Brägels gesammelte Ausreisversuche

von Jürgen Löhle

 

Ein Buch welches ich vor ungefähr Elf Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen habe und welches nach wie vor aktuell und beliebt ist.

Es handelt sich dabei um die erste Kolumnen Sammlung aus der Zeitschrift TOUR.

Brägel ist ein typischer, durchschnittlichen Rennradfahrer mit leicht unterdurchschnittlichen Druck auf dem Pedal und leicht überdurchschnittlichen Bauchumfang. Mit Hilfe dieser Kunstfigur gelingt es Jürgen Löhle in kurzen Episoden ein präzises aber erschreckendes Bild der Spezies Rennradfahrer zu zeichnen. Auf Wikipedia steht: "In Radsportkreisen haben sich der Brägel sowie das davon abgeleitete brägeln inzwischen zum geflügelten Wort entwickelt."

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Wer darf es also unter dem Weihnachtsbaum wiederfinden? Jeder der Rennrad fährt und schon mal die typische Dynamik einer Gruppenausfahrt oder eines Frühjahrstrainingslagers erlebt hat. Das Gute dabei ist, sollte dem Beschenkten das Buch gefallen, so kann man gleich zu seinem Geburtstag einen der Nachfolger nachschieben.

Leider sind diese nicht so uneingeschränkt zu empfehlen wie das Erstlingswerk "Kurz und Flach!", welches heute schon als moderner Klassiker gelten darf.

 

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