2011/2012

Zwei Helden ihrer Zunft
Zwei Helden ihrer Zunft

Die letzten Wochen waren nicht gerade berauschend, denn es ist nun amtlich. Saisonhighlight ICAN Mallorca gestrichen und damit ist die Triathlonsaison 2011 Geschichte. In Grimma konnte ich nichts zum Aufstieg beitragen und ganz besonders bedauerlich finde ich, dass ich nicht an den Laktatfestspielen in Hückeswagen teilnehmen konnte. Mit Daniel Knoepke und Till Schramm um den Sieg zu kämpfen hätte mir sicher gefallen.

 

Bedanken möchte ich mich für die ganzen Besserungswünsche und Nachfragen bezüglich meines Gesundheitszustandes. Besonders positiv ist mir in dem Zusammenhang aufgefallen, dass doch einige Leute das hier aufmerksam lesen! Es freut mich auch sehr wenn sich Athleten bei mir melden, die ich nicht jedes Wochenende auf Wettkämpfen sehe, wie beispielsweise der mir unbekannte Lukas, der meinen letzten Blogeintrag kommentiert hatte – danke. Deswegen will ich alle die an meiner Gesundheit interessiert sind kurz auf den neusten Stand bringen:

Der OGTT bei dem vier Werte erhoben wurden, fiel zwar im Bezug auf Diabetes negativ aus, dennoch blieb ein Wert grenzwertig. Der Antikörpertest auf EBV war positiv, aber eine akute Erkrankung liegt nicht vor. Vermutlich ist bei mir das Pfeiffer-Drüsenfieber, wie in den meisten Fällen, unbemerkt vorbei gezogen. Zu Beanstanden war bei der vierten Blutentnahmen binnen der letzten zwei Wochen allerdings weiterhin die Blutsenkungsreaktion. Als gewissermaßen globale Erklärung für die vielen aus dem Ruder gelaufenden Parameter scheint also eine verschleppte Virusinfektion am wahrscheinlichsten.

Wahrscheinlich ist auch, dass die Halsentzündung die Wurzel des Übels war, welche ich mir bei unserem 17 Stunden Non-Stop Trip zum Ironman Germany zugezogen habe. Stundenlanges Anfeuern bei 12°C und Regen sind dafür nun mal prädestiniert. Daher blieb und bleibt als Ausweg nur komplettes Auskurieren bei sehr moderatem Training. Für meine schlecht produzierende Schilddrüse gibt es jetzt Jodtabletten. Eine Zugabe von Hormonen wäre vermutlich überhastet. Da die Untersuchung beim Radiologen wenig Grund zur Sorge gab, kann man sich berechtigte Hoffnung machen, dass sie mit mehr Baumaterial auch wieder von alleine besser produziert. Vor wenigen Minuten gab telefonisch eine gute Nachricht vom Doc. Die fünfte Blutentnahme ergab, dass sich Entzündungs- und Langzeitzuckerwerte weiterhin auf Kurs in ruhigere Gewässer befinden und ich vermutlich bald schon wieder härter belasten darf und kann.

 

Damit kommen wir zum Blick in die Zukunft. Auf den Bildern könnt ihr mich bei einer Investition in die selbige sehen. Jörg ist gerade dabei den Druckverlauf meiner Füße abzubilden. Das ganze geschah vor zwei Wochen bei Medical Friends in Traar. Nach der umfassenden Analyse hat er mir meine SOLESTAR Radeinalgen angepasst. Radeinlagen ist ein Thema was mich schon lange interessiert und ich finde es cool einen Partner gefunden zu haben der mich jetzt mit exakt den gleichen Einlagen aufrüstet die bei Faris, Cancellara, Voigt und den Schlecks im Schuh stecken. Die Testfahrten waren völlig überzeugend. Klar beim ersten Mal fühlt es sich ungewohnt an. Da es aber nicht um Korrektur geht, sondern ganz einfach darum Scherbewegung zu minimieren und die Kraft nur nach unten wirken zu lassen hat man sie bei der zweiten Ausfahrt schon vergessen. Ein großes Problem war immer, dass ich, vor allem beim Barfußfahren, mit den Zehen gekrallt habe und die Knie geflattert haben, wenn ich in Aeroposition die den Regler auf Max Power gedreht habe. Das ist nun völlig weg.

Deutlich skeptischer war ich als mich Jörg dazu überredet hat auch meinen Laufstil zu überprüfen. Mit Korrektureinlagen hatte ich zu Fuß immer schlechte Erfahrungen gemacht. Meine letzten vom Arzt verschriebenen hab ich nach 100km fluchend in die Tonne gekloppt. Die Analyse im Labor bei Medical Friends hatte aber nichts mit dem zu Tun, was man vom Arzt oder aus dem Laufladen kennt. Zunächst hat Andreas meine Muskulatur abgetastet und markiert. Anschließend folgten zwei Aufnahmesequenzen mittels Hochgeschwindigkeitskamera. Das Ergebnis ist durchaus zufriedenstellend. Mein Fußaufsatz und Beinachsen verlangen nicht nach Korrektur. Konsequenterweise wird also im täglichen Lauftraining auch weiterhin auf Einlagen verzichtet. Dennoch bekomme ich ein dezentes Paar angepasst, welches mich bei längeren Koppelläufen oder beim Wiedereinstieg ins Training unterstützt. Sie werden also nur sporadisch eingesetzt, wenn ich die Unterstützung wünsche, ganz ähnlich wie bei einem Stabilschuh, nur ohne den negativen Effekt eines indirekten/schwammigeren Laufgefühls. Genau wie bei der Supplementierung in der Ernährung bin ich auch ein Gegner von Überversorgung im Lauftraining. Damit befinde ich voll auf einer Linie mit Andreas und so kann ich 2012 hoffentlich Problemfrei meine Leistung entfalten. Danke dafür!

 

Was bis 2012 noch geschieht ist völlig offen. Möglichweise werde ich bei einen Crossduathlon im Spätherbst starten, ganz einfach um meine MTB Fähigkeiten zu verbessern und noch einmal Spaß zu haben bevor das Wintertraining losgeht.

Vielleicht werde mich auch noch mal an einem Klassiker der triathletischen Herbstgestaltung wagen und einen Marathon laufen, auch wenn ich diese Praxis eigentlich für fragwürdig halte. Denn warum sollte man seine Knochen dann wenn sie am Ende einer harten Saison am meisten Ruhe brauchen mit einer 100km Woche malträtieren?! Bei mir ist aber nun mal so, dass ich in den letzten drei Wochen nichtmal 50km zusammengebracht habe und meine Saisonpause aus orthopädischer Sicht damit ja eigentlich schon abgehakt habe.

Meine beiden bisherige Solomarathons waren auch eher ein Witz. Denn 2007 hab ich mich ohne Training in Eindhoven an den Start gestellt ("Ich hab doch schon ne Mittel gemacht, warum soll ich also vor drei Stunden Sport Angst haben?!"). Nachdem mein längster Lauf im Training irgendwas mit 14km war bin ich die letzten Kilometer damals auch schön mit nem 7:30er Schnitt gezockelt - völlig zerstörter Oberschenkel inklusive. Ein Jahr später in Köln lag ich vorher mit einer mittelschweren Lebensmittelvergiftung flach. Bei Regen und Sturm reichte es für eine 3:04. Wenn ich es also schaffen würde jetzt noch ein paar Wochen ordentlich zu trainieren und im Gegensatz zu 2008, wo ich bis Sonntag genau nichts (!) essen konnte, mich normal zu ernähren, dann würde mich schon mal interessieren was rausspringt.

 

So wenn ihr euch an Ende des Artikels gekämpft habt, danke ich euch fürs lesen. Im Sommer hat der Counter teilweise über 1200 verschiedene IPs im Monat gezählt. Im Schnitt hat jeder Besucher dabei drei Unterseiten pro Besuch angesehen. Ein deutlich gesteigerter Wert gegenüber 2010, was wohl auch damit zusammenhängt, dass ich inzwischen die Berichte bei Facebook ankündige. Nur die Anzahl der Kommentare ist durch Facebook natürlich etwas gesunken.

 

  2011 war gut, 2012 wird besser!

 

    Matthias

 

Galerie Medical Friends

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Kommentare: 5
  • #1

    Georg Mantyk (Donnerstag, 01 September 2011 16:56)

    He, werde wieder schnell gesund damit du auch bei mir wieder starten kannst. Ich freue mich jetzt schon dich für 2012 ein laden zu können. Alles Gute bis dahin.
    Lg
    Georg

  • #2

    Kolja Milobinski (Donnerstag, 01 September 2011 19:28)

    Hey Matthias,
    das klingt ja alles ziemlich mies... aber mit dem scheiß EBV ist echt nicht zu spaßen. hatte ich auch vor einigen jahren und das ende vom lied war eine herzmuskelentzündung und 1 Woche krankenhaus... also kurrier dich bloß gründlich aus! dann kannste auch 2012 wieder voll angreifen! wünsch dir alles Gute und vor allem völlige Genesung! wir sehen uns!

    Gruß
    Kolja

  • #3

    Christoph (Samstag, 03 September 2011 22:55)

    Auch über die Homepage:

    Alles Gute!

    C.

    p.s.
    Sollten mal eine geschmeidige Herbst-Radausfahrt zusammen machen, nur so zum Vergnügen (vielleicht Amstel-Gold-Strecke?)

  • #4

    Kristen (Dienstag, 06 September 2011 11:47)

    Mit dem EBS ist leider nicht zu scherzen! ich habe mir ebendiesen Quatsch letzten Winter eingefangen. Damals habe ich jedes Training durch Kraftgym, Stabi und Sauna ersetzt. Da es bei dir schon vorbeigezogen ist und du nun einer verschleppten Erkrankung ins Auge blicken musst ist evtl eine komplette ruhigstellung, d.h. wirklich auskurieren vonnöten?! keine ahnung wird dich dein doc schon am besten beraten!

    Aber sei froh: es hätte schlimmer kommen können! z.B. zu Beginn der Saison oder kurz vor dem SHP. Dieses Jahr hast du doch schon klasse Erfolge zu verzeichnen, dann wird das nächste Jahr noch besser!!! gute Besserung

    P.s.:wenn die Tour mit Christoph zustande kommen sollte, wäre ich höchsterfreut ebenfalls daran teilzunehmen!

  • #5

    matthias-epping (Dienstag, 06 September 2011 13:25)

    naja, Mallorca war der Saisonhöhepunkt, ein nicht ganz billiger vor allem :-/

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