52 x Kerken = Frankfurt/Main

© Michael Preuss
© Michael Preuss

10€! In Worten: Zehn Euro! So viel hat der Wettkampf den ich am Samstag besucht habe gekostet.

520€! In Worten: Fünfhundertzwanzig Euro! So viel wird der Wettkampf (incl. Bearbeitungsgebühren) 2012 kosten, den ich am Sonntag besucht habe.

Während ich am Samstag in Kerken einfach nur meinen hibbeligen Beine Frieden schenken wollte, war ich am Sonntag beim IRONMAN Germany als Zaungast am Start. Beiden Tagen war gemein, dass sie viel besser als erwartet verliefen. Nicht, dass ich dem TV Aldekerk die Fähigkeit eine komplette Triathlonveranstaltung auszurichten von vornherein abgesprochen hätte. Es war viel mehr der Muskelkater den ich vom Trainingswiedereinstieg hatte und die Sorge um eine schwache Performance. Meine Erwartungen an den Wettkampf an sich waren zwar auch nicht besonders hoch. Diese wurden dann aber entsprechend auch deutlich übertroffen. Bestens gesicherte Strecken, eine große Anzahl an motivierten Helfern, eine familiäre Atmosphäre und ein großer Grill am schön Eyller See wo sich alle Wettkampfstäten befanden.

Gut gesicherte Strecken, fand man in Frankfurt am Main natürlich auch vor. So gut gesichert, dass Niclas und ich erst mal ordentlich rumgurkten, aber dennoch halbwegs pünktlich zum Start den Langener Waldsee erreichten. Als großer Challenge Roth Fan und Kritiker von übergroßem Kapitalismusdenken musste ich dem Halbbruder aus Hessen, gezeugt vom bösen Stiefpapa WTC, grundsätzlich missmutig begegnen. Dennoch konnte das Rennen einige Pluspunkte verbuchen. Besonders der Zielbereich war bombastisch und auch die Zielbetreuung konnte sich sehen lassen (Zwei Helfer pro Finisher). In Punkto Partystimmung und Zuschauermasse beißt sich der Stiefsohn vom Main wohl am Original aus Franken die Zähne aus.

Pluspunkte gab es auch in Kerken en Masse. Für einen Volkstriathlon darf man bei ca. 200 Zuschauern auch von Massen sprechen. Und damit komme ich kurz zum sportlichen: Die Konkurrenz war in der Spitze überregional besetzt und so war ich mit Aerohelm und Zippis auch nicht overstyled, denn König Karbon regiert inzwischen auch bis in den kleinsten Kreis der Republik. Geschwommen bin ich allerdings ohne meinen neuen Speedo Neoprenanzug, weil viel mehr als erste Gruppe wäre eh nicht drin gewesen und der LZR Racer ist sowieso ein schneller Anzug. Den Zeitvorteil beim Wechsel nutze ich um die Führung zu übernehmen und sie nicht mehr abzugeben. Besonders zufrieden bin ich mit 16:43 für 4,9km, die sich durchaus kontrolliert anfühlten. Eine fast pünktliche Siegerehrung rundete den gelungenen Nachmittag für mich ab.

Zum sportlichen am Sonntag. Faris und Caroline Steffen haben es bekanntlich gemacht. Erfreulich, weil beide couragiert auf dem Rad vorweg geprescht sind und sich dabei, genau wie ich 24 Stunden zuvor, gegen „gut laufende“ Gruppen durchsetzten. Besonders Caroline sah beim Marathon schon nach 8km aus wie der Tod auf zwei Beinen. Der große Kampf fast aller PROs war wirklich beispiellos. Später standen wir bei KM 41, am Beginn des Zielkanals. Kaum einer der hier noch unter 5min/km lief und fast jeder blickte sich ängstlich nach Verfolgern um. Medienvertreter sehen ja gerne „menschliches“ Schwächeln als Indiz für cleanen Sport. Bei diesen harten Bedingungen war genug Anschauungsmaterial da.

 

Ein letzter Vergleich der ungleichen Veranstaltungen am Samstag und Sonntag sei erlaubt. Bei beiden wurden professionelle Fotos geschossen. Doch während das Paket zum Download beim IRONMAN mit 59€ zu Buche schlägt, reichte eine Anfrage beim Fotografen in Kerken und er stellte mir zwei Fotos in 3024x4032 Pixeln zur Verfügung. Danke dafür!

 

Mein Fazit: Die Szene braucht große und kleine Veranstalter. Kleine wo in kleinem Kreis gefeiert und gegrillt wird. Wo Breitensportler ihre ersten Brustschwimm-, Pedalier- und Geh- bzw. Laufversuche im Triathlon machen. Aber auch Große wo Spitzensport von Weltformat geboten wird und die Bühne für die Big Show bereit steht. Ob der Ironman Germany nun einen 52mal höheres Startgeld wert ist muss jeder selber entscheiden.

 

Ergebnisse Kerken

 

P.S.: Das Interview in der Rheinischen Post in dem ich dreister Weise angeblich wörtlich zitiert werde habe ich nie gegeben :D 

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Kommentare: 3
  • #1

    Mario (Samstag, 03 September 2011 19:01)

    Ja auch nicht schlecht, was sich die Rheinische Post da erlaubt hat. Naja da kann man drüber stehen. Ist ja alles halb so schlimm.

  • #2

    Volker (Dienstag, 25 Oktober 2011 12:06)

    Da würde ich auch nicht so viel drauf geben. Manchmal müssen die sich was einfallen lassen, damit sie überhaupt ein Thema zum Schreiben kaben. Ärgern würde ich mich deswegen auch nicht unbedingt. Aber das ist sicherlich leichter gesagt als getan, wenn es einen nicht selbst betrifft.

  • #3

    triathlon (Montag, 06 Juni 2016 15:56)

    Ist doch alles halb so schlimm!

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