Muzze sucht die Superkompensation!

03Tage 14Stunden 5Minuten 23Sekunden...der Countdown auf der Challenge Roth Homepage zählt unerbittlich runter. Stand er nicht vorgestern noch auf 118Tage und lag gestern nicht noch Schnee und die Saison war weit weit weg? Alles Vergangenheit denn jetzt ist die Zeit wo der Saisonhöhepunkt fast da ist. Es ist die Zeit in der man die Beine hochlegen muss und warten muss. Da jetzt kaum noch Training angesagt ist, hab ich genug Zeit in meinen Körper zu hören. Zwickt es nicht dort? Ist dort nicht etwas gereizt? Bin ich nicht vielleicht zu müde und sind die leichten Bauchschmerzen (die ich wirklich habe) nur eine leichte Magenverstimmung oder angolanische Todesgrippe? Die Vorwettkampfspannung schlägt so langsam in Panik um. Auch deshalb ist es jetzt Zeit für einen Blick zurück auf die Vorbereitung und Zeit für einen kleinen Blick vorraus auf das Rennen.

Nachdem ich aus der Saison 2009 eine...

...nicht abheilen wollende Verletzung, die leider  bis heute nicht endgültig geklärt und verdrängt werden konnte, mitgenommen habe, entschied ich mich dazu den September und auch den Oktober fast ganz zu pausieren. Die Vermutung wurden immer wieder in Richtung shin splint gedrängt, allerdings sind die Symptome bis heute nicht eindeutig und die verschiedensten Therapiemaßnahmen (Laser, Stoßwelle, Eis, Akupunktur, Massagen, Cremes etc.) zeigten keinen Erfolg. Heute bin ich einigermaßen stabil, aber ab und zu kommt der Schmerz zurück. Das Rad- und Schwimmtraining wurden wie geplant bis zur großen Kältewelle durchgeführt. Im Januar wurde aber auch das Radtraining unmöglich. Die Temperaturen wären für mich kein Problem gewesen, der Schnee war es schon eher. Also nur Rolle fahren und vier bis fünf mal die Woche ins Wasser. Würg! Auf der Rolle habe ich dann alle meine DVDs durchgeschaut und teilweise Einheiten bis >3h gefahren - HORROR!

Das Lauftraining nahm ich vorsichtig ab Februar auf und auch der Schnee verschwand und so markiert der 01.02 den eigentlichen Trainingsbeginn. Seitdem konnte ich sehr gut durchtrainieren. Ich hatte zwischenzeitlich zwar Probleme mit der Schulter, sodass ich das Athletiktraining streichen und das Schwimmen ein wenig zurückfahren musste, aber im großen und ganzen kam ich krankheitsfrei durch. Dabei ließ ich mich auch von dem schlechten Wetter in Mitteleuropa nicht aufhalten und fuhr gefühlt mehr im Regen als im trockenen. Beistand erhielt ich auf einigen dieser fiesen Ausfahrten sowie auch im Trainingslager von Niklas. Ich erinnere da gerne an einen vierstündige Ausfahrt bei strömenden Regen und 4°C, oder an den Aufstieg zum Puig Major während unserer Königsetappe. Diese zogen wir bei 2°C und Schneefall durch und schafften es bei einer siebenstündigen Tour auf Mallorca erst am späten Nachmittag den ersten Radfahreren zu begegnen.

Es folgte ein Wanderlaub auf Madeira, hier konnte ich Anfang März das erste mal wieder mehr als 5km schmerzfrei laufen und auch die ersten Open Water Sessions im Atlantik durchziehen. Das Radfahren war nur im Fitnesscenter möglich, wo ich zwei HIIT durchführte und mit bis zu 1000Watt auf die alten Ergometer einprügelte.

Danach begann die eigentliche Saisonvorbereitung und es folgen die ersten Wettkämpfe (siehe entsprechende Berichte). Die Bilanz sieht wie folgt aus:

 

Training seit dem 01. Februar 2010

 

Schwimmen: 312,7km

Rad: 6902km

Lauf: 697km

 

Das waren insgesamt 421,4h was einen Wochenschnitt von 18,3h ergibt. Nicht mitgerechnet sind circa 90min Krafttraining in der Woche und meine täglichen Dehnsessions von circa 15min. Deutlich zu erkennen ist der Trainingsrückstand im Laufen, daher fällt mir die Prognose auch schwer.

 

Mein Ziel wird es sein nach guten Rad- (~4:40h) und Schwimmleistungen (~50min) vernünftig durchzulaufen. Alles unter vier Stunden sehe ich mal als vernünftig an. Allerdings kann das, besonders mit Blick auf Kulmbach, nur das Minimalziel sein. Mein Traumziel ist ein Rennen unter 9 Stunden hinzulegen. Der Tag wird jedoch in jedem Fall lang und meine LD Erfahrung ist gleich Null, es kann also viel passieren.

 

Zum Schluß wage ich noch einen Blick auf die Jungs die sich mit mir ab 6:10Uhr um den deutschen Meistertitel in der M20 reißen werden. Von den 28 Männern zwischen 20 und 25 Jahre habe ich zwei als besonders gefährlich ausgemacht.

Zum einen wäre da Marius Schuhmann. Blutjung (Jg.1989) aber nicht unerfahren, vermutlich aber auch das erste mal auf der ganz langen Strecke unterwegs. Hat einen 39. Platz vom Schliersee vorzuweisen, allerdings als Draftingathlet mir wohl im Radfahren unterlegen. Seine Stärke nach eigenen Angaben: Laufen. Vorsprung in T2 also bitter von Nöten, wenn es nicht wieder nur für den ersten Verlierer reichen soll.

Zum anderen Karl Friedrich Jacob. Der Herr mit dem adelig anmutenen Namen wurde beim PRO Rennen in Heilbronn immerhin elfter. Vom Leistungsprofil her wohl ähnlich wie ich. Und er hat sich ebenfalls in der Sub-9 Truppe angemeldet.

 

Die anderen Athleten unserer Altersklasse werden wohl eher nur Statisten bei der Hatz um das Podium sein, oder ich habe ein "Dark Horse" übersehen. Alles natürlich unter der Vorraussetzung, dass ich ein Rennen liefern kann wie ich mir das hier und heute ausmale. Vielleicht vertue ich mich auch völlig und das wunderschön phantasierte Traumrennen wird vom Mann mit dem Hammer schon auf ersten Marathonhälfte oder gar beim Radfahren zu nichte gemacht.

In jedem Fall aber gilt: Es wird viel passieren...

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Petra (Donnerstag, 15 Juli 2010 09:25)

    Bin mir ziemlich sicher, dass Du nicht die angolanische Todesgrippe hast, sieht alles ganz gut aus! Freue mich drauf, Dich in Roth begleiten zu können und wünsche Dir viel Erfolg! Petra

  • #2

    niklas-greeven (Donnerstag, 15 Juli 2010 18:09)

    Ach was die Jungs da oben sind doch keine Gegner für dich, deine Gegner sind Stadler Kienle etc, zeig den Jungs mal deine Fersen du hast nichts zu verlieren!!!
    Hau rein, wenn du das nicht machst, macht das keiner!!!

  • #3

    Jens (Donnerstag, 15 Juli 2010 19:01)

    Die anderen werden da erstmal abgemeldet!

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